In Batteriezellen lassen sich hauptsächlich zwei Vertreter der PFAS-Chemikalien wiederfinden: Polyvinylidenfluorid (PVDF) und Polytetrafluorethylen (PTFE), auch bekannt als „Teflon“. Diese werden in kleinen Mengen als Binder verwendet, um Aktivmaterialpartikel miteinander und mit der Elektrodenfolie zusammenhalten. Ihre chemische Stabilität macht sie unverzichtbar für eine zuverlässige Leistung der Zellen, da sie weder mit den Aktivmaterialien noch anderen Zellbestandteilen reagieren.
PVDF wird besonders häufig in LIB mit NMC- (Lithium-Nickel-Mangan-Cobalt-Oxid)- und LFP- (Lithium-Eisenphosphat)-Zellchemien eingesetzt. Seine hohe elektrochemische Stabilität schützt die Batterie vor Oxidationsreaktionen, was ihre Lebensdauer verlängert. Allerdings stellt das Recycling dieser PFAS-basierten Binder eine große Herausforderung dar: Bisher ist nur die thermische Verwertung mittels Pyrolyse etabliert, bei der giftige Abbauprodukte gefiltert werden müssen.
Sind PFAS für die Herstellung von Lithium-Ionen Batteriezellen unverzichtbar?
PFAS, insbesondere in Form von Polyvinylidenfluorid (PVDF), sind derzeit unverzichtbar für die Herstellung von Elektroden in NMC-Zellen (Lithium-Nickel-Mangan-Cobalt-Oxid), weil diese Zellchemie extrem empfindlich gegenüber Feuchtigkeit ist. Da kein Wasser als Prozesslösungsmittel verwendet werden kann, ist die Verwendung eines organischen Lösungsmittels, in diesem Fall N-Methyl-2-pyrrolidon (NMP), notwendig, das eine enge Verbindung mit PFAS-basierten Bindern hat.
Bei LFP-Zellen (Lithium-Eisenphosphat) hingegen könnte theoretisch eine wässrige Verarbeitung angewendet werden, die den Einsatz von PFAS-freien Bindern ermöglicht. Dieser Ansatz ist jedoch bislang nur im Labor- oder Pilotmaßstab umgesetzt und noch nicht in die industrielle Produktion überführt.
Ein vielversprechender Weg für die Zukunft ist die Entwicklung des Trockenbeschichtungsverfahrens, bei dem völlig auf Lösungsmittel verzichtet wird. Dieses Verfahren bietet nicht nur ökologische Vorteile, sondern auch ein enormes Potenzial zur Einsparung von Energie für die Verdampfung und Trocknung. Es steht zunehmend im Fokus der Forschung und könnte langfristig eine PFAS-freie Produktion von Batterien ermöglichen.