Nachhaltigkeit in der Batteriezellfertigung erfordert einen ganzheitlichen Blick auf den gesamten Lebenszyklus der Batteriezelle. Langfristiges Ziel ist die Schließung von Materialkreisläufen und die systematische Reduktion des Ressourcen- und Energieeinsatzes. Internationale Analysen, unter anderem eine des World Economic Forums in Zusammenarbeit mit dem Rocky Mountain Institute und der Global Battery Alliance, identifizieren hierfür mehrere zentrale Hebel.
Dazu zählt insbesondere die durchgängige Rückverfolgbarkeit der Batterie (Traceability) über ihren gesamten Lebenszyklus – von der Materialauswahl, über die Erstverwendung, Reparatur bis hin zur möglichen Wiederverwendung. Nur auf dieser Basis lassen sich Materialströme, Wiederverwendungspotenziale und Recyclingpfade datenbasiert analysieren und gegebenenfalls bewerten und steuern. Ergänzend gewinnen Leistungs- und Datenstandards sowie festgelegte Regulierungen an Bedeutung. Instrumente wie der Battery Passport erweitern klassische Zielgrößen wie Sicherheit, Kosten und der Leistungsfähigkeit der Batterien um Kriterien wie Demontierbarkeit, Reparierbarkeit und Rezyklierbarkeit.
Somit verschiebt sich der Forschungsschwerpunkt von einer rein nutzungsorientierten Auslegung der ersten Lebensdauer hin zu einem systematisch nachhaltigen Designansatz über mehrere Lebensphasen hinweg. Kritische Rohstoffe wie Lithium, Nickel und Kobalt und Grafit stehen hier besonders im Fokus. Neben der Reduktion ihres Einsatzes und der Erforschung alternativer Batteriezelltechnologien (etwa Natrium-Ionen-Batterien oder Feststoffbatterien) ist der gezielte Wiedereinsatz hochwertiger Rezyklate von zentraler Bedeutung. Second-Life Technologien sollten laut World Economic Forum, RMI und Global Battery Alliance durch politische Maßnahmen unterstützt und gefördert werden.
Zudem ist der Aufbau einer möglichst europäischen, kreislaufwirtschaftlichen Wertschöpfung sowie die Einbindung weiterer Länder in die Wertschöpfungskette und somit die Verkürzung möglichen Transportwegen von Materialien maßgeblich relevant für die Nachhaltigkeit von Batterien. Denn auch der grenzüberschreitende Transport aus aller Welt und lange Lieferketten der Materialien erhöhen die Emission und die ausgeschoßenen Treibhausgase im Prozess der Batteriezellfertigung. Die Verlagerung von Teilen der Batterielieferkette und -produktion in die EU ermöglicht es dieser, Produktionsparameter zu prüfen und internationale Standards zur Materialzusammensetzung kontrollierbar zu halten.
Die Fraunhofer FFB versteht sich als europäische Enabler-Plattform. Hier erforschen und skalieren Wissenschaftler nicht nur umweltfreundlicheren Methoden bezüglich der Auswahl und Aufbereitung der Rohstoffe im Rahmen einer second-life Verwendung, einem effizienteren, sicheren Zelldesign, sondern auch nach Möglichkeiten der Wiederverwendung und des Recycling von Materialien.