BEST-BAT

Forschungsprojekt, »BEST-BAT - Bewertung von Souveränitätspotenzialen und der techno-ökonomischen Passfähigkeit von Batterietechnologien für zukunftsrelevante Anwendungen«

Kurzbeschreibung

Das hier vorgeschlagene Forschungsprojekt BEST-BAT hat zum Ziel den Akteuren des Batterieökosystems eine Entscheidungsunterstützung bei der Auswahl von bestgeeigneten Batteriezellen und -technologien zu ermöglichen. Hierfür werden einerseits besonders zukunftsrelevante Anwendungen und andererseits integrierte Anwendungssysteme (wie z.B. elektrifizierte Logistikdepots oder Baustellen) u.a. aus Endanwendersicht herangezogen und die Passfähigkeit mittels einer ganzheitlichen Bewertungsmethodik (technisch, ökonomisch und ökologisch) untersucht. Um die Forschungsergebnisse leicht zugänglich zu machen und niederschwellig in die Industrie zu transferieren, wird hierzu eine interaktive webbasierte Bewertungsapplikation entwickelt. Hierdurch soll eine wertschöpfungsstufenübergreifende Zusammenarbeit im Batterieökosystem gefördert und die Elektrifizierung von Anwendungsbereichen beschleunigt werden. Auf Basis der gewonnenen Erkenntnisse werden zuletzt Handlungsempfehlungen und Strategien abgeleitet, um die technologische Souveränität im deutschen und europäischen Batterieökosystem zu stärken, indem insbesondere Nutzungs- und Entwicklungspotentiale für 2nd-Life Batterien oder alternative Batterietechnologien identifiziert werden.

Arbeitsplan

Das Forschungsprojekt umfasst fünf Arbeitspakete.:

AP 1 umfasst die Auswahl und Charakterisierung der vom Advisory Board als relevant eingestuften Zukunftsanwendungen. Leitanwendungen wie E-Lkw, Heimspeicher und Power Tools werden dabei auch als komplexe Anwendungssysteme betrachtet. Im Fokus stehen Anwendungen mit Wachstumspotenzial für alternative Batterietechnologien oder 2nd-Life-Zellen.

AP 2 fokussiert auf aktuelle und zukünftige Zellen, Zelltechnologien sowie 2nd-Life-Zellen. Die im BetterBat-Projekt entwickelte Zelldatenbank wird weiterentwickelt. Neben Datenblatt-KPIs werden diese durch Laboruntersuchungen validiert und hinsichtlich ihrer Belastbarkeit eingeordnet. Ergänzend werden Methoden zur Modellierung realer Zellalterung und zur Berücksichtigung von Skalierungseffekten zwischen Zell- und Systemebene entwickelt.

AP 3 bewertet die Eignung der Zellen für die definierten Anwendungen aus technoökonomischer und ökologischer Sicht. Dabei werden Kostenparitätspreise für Hersteller sowie die Total Cost of Ownership (TCO) für Endanwender berücksichtigt. Die ökologische Bewertung umfasst gemäß EU-Batterieregulierung den gesamten Lebenszyklus.

AP 4 analysiert Souveränitätspotenziale durch die Substitution von Lithium-Ionen-Batterien mit alternativen Zelltechnologien oder 2nd-Life-Zellen. Untersucht werden dabei Materialströme, Versorgungssicherheit und Recyclingkapazitäten. Gemeinsam mit dem Advisory Board werden Strategien und Handlungsempfehlungen für die Politik abgeleitet. Zudem identifiziert eine Blind-Spot-Analyse weiteren Forschungs- und Förderbedarf.

AP 5 bündelt die Ergebnisse und Methoden und macht sie dem Batterieökosystem für eigene Analysen zugänglich. Dazu werden die Ergebnisse für eine interaktive webbasierte Bewertungsapplikation aufbereitet.

Ergebnisverwertung

Das Projekt entwickelt eine belastbare Entscheidungsgrundlage für die Elektrifizierung unterschiedlicher Anwendungen, etwa Pkw, öffentlicher Nahverkehr, Logistikdepots, Heimspeicher, Power Tools, E-Lkw und E-Gabelstapler. Kernresultat ist eine interaktive webbasierte Bewertungsapplikation, die Batteriezellen und -technologien hinsichtlich technischer Eignung, Marktverfügbarkeit, Kosten, Total Cost of Ownership und Umweltwirkungen vergleichbar macht. Sie unterstützt Zellhersteller bei der Positionierung ihrer Produkte, Systemintegratoren bei der Auslegung von Batteriesystemen und Endanwender bei Investitionsentscheidungen.

Die Ergebnisse berücksichtigen auch komplexe Anwendungssysteme, beispielsweise das Zusammenspiel von Elektrofahrzeugen, Photovoltaik, Ladeinfrastruktur und stationären Speichern in einem Logistikdepot. Dadurch werden technische, wirtschaftliche und ökologische Auswirkungen einer Batterieauswahl transparent.

Zusätzlich identifiziert das Projekt Einsatz- und Substitutionspotenziale für 2nd-Life-Batterien sowie alternative Technologien wie Natrium-Ionen-, Lithium-Schwefel- und Festkörperbatterien. Es analysiert die Folgen für Materialströme am Lebensende, Recyclingkapazitäten und die Versorgung mit Sekundärrohstoffen. Darauf aufbauend entstehen Strategien und Handlungsempfehlungen zur Stärkung der technologischen Souveränität Deutschlands und Europas. Insgesamt fördern die Ergebnisse wettbewerbsfähige Batterieanwendungen, verringern Abhängigkeiten von asiatischen Lieferketten und erleichtern die Marktdiffusion emissionsärmerer elektrischer Lösungen. Dies kann Investitionen beschleunigen, industrielle Arbeitsplätze sichern und Treibhausgasemissionen insbesondere in Logistik und Bau deutlich senken. Die Anwendung schafft damit eine gemeinsame, transparente Datenbasis für Akteure entlang der Wertschöpfungskette und unterstützt die Auswahl passender Technologien für wirtschaftlich und nachhaltig elektrifizierte Einsatzszenarien in Europa und Deutschland.

 

Kompetenzfeld

Batteriezellinnovation und Musterproduktion

Das Projekt ist Teil des Kompetenzfelds »Batteriezellinnovation und Musterproduktion« 

 

 

Kennen Sie schon unseren Blog?

Welche Fragen die Batterieforschung aktuell bewegen und welche Technologien in der »FFB PreFab« und »FFB Fab« entstehen erfahren Sie im FFB Blog. 

 

Kompetenzfeld

Batterie als neues Geschäftsfeld

Das Projekt ist Teil des Kompetenzfelds »Batterie als neues Geschäftsfeld«