Zwei Absichtserklärungen, ein Ziel
Fraunhofer-Allianz Batterien und südkoreanische Partner bekräftigen den Ausbau ihrer Zusammenarbeit in der Batterieforschung
Münster wird weiter zum internationalen Treffpunkt der Batterieforschung: An der Fraunhofer FFB unterzeichneten die Fraunhofer-Allianz Batterien sowie die Korea Environment Corporation (K-eco), die Pohang University of Science and Technology (POSTECH) und die Stadt Pohang zwei Absichtserklärungen zur Vertiefung ihrer Zusammenarbeit. Die Unterzeichnung fand im Rahmen eines Besuchs der südkoreanischen Delegation in Münster statt. Ziel ist es, bei der Entwicklung neuer Batterietechnologien, Produktionsverfahren und Recyclinglösungen enger zusammenzuarbeiten.
Münster. Mit dem wachsenden Bedarf an Batterien steigen auch die Anforderungen an ihre Herstellung und Wiederverwertung. Neue Technologien müssen nicht nur entwickelt, sondern auch für den industriellen Einsatz nutzbar gemacht werden. Die Fraunhofer-Allianz Batterien und die südkoreanischen Partner wollen deshalb ihr Fachwissen bündeln und gemeinsame Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten vorantreiben.
Prof. Dr. Jens Tübke, Institutsleiter der Fraunhofer FFB und Sprecher der Fraunhofer-Allianz Batterien, begrüßt die Zusammenarbeit: »Die Entwicklung neuer Batterietechnologien und der Aufbau einer nachhaltigen Batterie-Wertschöpfungskette erfordern eine enge Zusammenarbeit von Forschung und Industrie über Ländergrenzen hinweg. Mit unseren südkoreanischen Partnern wollen wir wissenschaftliche Kompetenzen bündeln und gemeinsam Lösungen für die Batteriezellfertigung und das Recycling entwickeln. Die beiden Vereinbarungen bieten eine wichtige Grundlage, um den fachlichen Austausch zu vertiefen und gemeinsame Forschungsaktivitäten auf den Weg zu bringen.«
Gemeinsame Forschung entlang der Batterie-Wertschöpfungskette
Bei einem Seminar tauschten sich die Partner über ihre Forschungsaktivitäten aus und erörterten konkrete Ansätze für künftige gemeinsame Projekte:
- Als mögliche Forschungsfelder mit POSTECH und der Stadt Pohang halten die Absichtserklärungen Themen von Materialien für Lithium-Ionen-Batterien und Batterien der nächsten Generation über Zell- und Produktionstechnologien bis hin zu Recycling und Kreislaufwirtschaft fest. Die Stadt Pohang will gemeinsame Aktivitäten mit lokalen Unternehmen sowie internationale Forschungskooperationen administrativ und förderpolitisch unterstützen.
- Mit K-eco stehen vor allem das Recycling von Altbatterien sowie Zertifizierungs- und Qualitätssicherungsverfahren für zurückgewonnene Batteriematerialien im Fokus. Zudem wollen die Partner Forschungsansätze untersuchen, die die Einhaltung der EU-Batterieverordnung (EU) 2023/1542 unterstützen.
Bei einer anschließenden Führung durch die »FFB PreFab« in Münster-Amelsbüren erhielt die Delegation Einblicke in die Forschungsinfrastruktur für die industrienahe Batteriezellproduktion. Mit der »FFB PreFab« steht für die gemeinsamen Aktivitäten eine Erprobungsfläche mit modernster europäischer Anlagentechnik zur Verfügung, die es ermöglicht, neuartige Zellkonzepte und Produktionstechnologien unter industrienahen Bedingungen zu erproben und ihre Überführung in die Großserienfertigung vorzubereiten. Insbesondere für die geplanten Forschungsaktivitäten im Bereich neuer Batteriematerialien sowie Zell- und Produktionstechnologien bietet die Forschungsinfrastruktur die Möglichkeit, innovative Ansätze unter praxisnahen Bedingungen zu untersuchen und ihre industrielle Skalierbarkeit frühzeitig zu bewerten.
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